Stadt aus Draht

$†å∂† åµ$ ∂®åπ†:.. obsolete Technologien, Irrtümer der Spielzeugindustrie, mutwilliges Verletzen von Garantiebedingungen durch unsachgemäßes Öffnen und Modifizieren von Geräten der sogenannten Unterhaltungselektronik, technologischer Nihilismus, no-input Philosophie und Parabeln auf die fraktale Geometrie via live Sampling. Hier herrscht pseudowissenschaftliche Anarchie, gemischt mit scheinbar musikalischer Herangehensweise, die sich jedoch immer wieder als bloßes Zitat entpuppt. Eine große Hommage an Douglas Adams und kosmische Musik oder Geräusch gewordene Elektronikschrottverordnung? Gleichzeitig ein Abbild unsere Städte, die wie große multizellulare Organismen aus allen nähten platzen und ihre Innereien aus Draht über den Planeten verteilen, die in China von den letzten der Alchimisten unter menschenunwürdigen Bedingungen zu purem Gold sublimiert werden.
Wer ist Erbauer, wer Bewohner? Kontrollieren wir die Maschine oder die Maschine ihre nicht roHS-konformen Bediener? Gerade der nicht-digitale Ansatz erschafft das unvorhersehbare, nicht berechenbare. Tonerzeuger erschaffen Bilder, Videogeneratoren erzeugen Tonsequenzen. Musikinstrumente werden verfremdet und zum reinen Geräusch, während maschinell erzeugte Klänge sich in Musik verwandeln. In zahllosen Schichten übereinander gelagert entsteht so der Verkehrslärm unserer Stadt aus Draht und damit eine synthetische Stille, im Sinne der von John Cage beschriebenen Allgegenwärtigkeit des Verkehrsgeräusches als die Verkörperung der Stille unserer Zeit in welcher er eine ideale Musik fand.

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